Der HSV Bad Blankenburg ist mit einem eindrucksvollen Auswärtssieg in die neue Saison gestartet. Die Mannschaft gewann am Samstagabend in der Ernst‑Grube‑Halle in Freiberg mit 29:22 und setzte damit ein deutliches Zeichen an die gesamte Regionalliga. Es war ein Auftakt, welcher nicht nur wegen des Ergebnisses überzeugte, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie der HSV Bad Blankenburg dieses Spiel dominierte: konzentriert, variabel, körperlich präsent sowie mit einer klaren Handschrift, welche zeigt, dass die Sommerarbeit Früchte trägt.
Freiberg eröffnete das Spiel mit dem ersten Treffer, doch schon die folgenden Minuten machten deutlich, dass der HSV Bad Blankenburg von Beginn an die Kontrolle übernehmen wollte. Mit hohem Tempo, klaren Abschlüssen und einer aggressiven, gut abgestimmten Abwehr gelang es den Gästen, die Hausherren früh unter Druck zu setzen. Bereits nach acht Minuten führte Bad Blankenburg mit 6:1, und dieser Start war sinnbildlich für die gesamte erste Halbzeit. Der HSV Bad Blankenburg spielte mit einer Selbstverständlichkeit, welche man in einem Auftaktspiel selten sieht: schnelle Ballgewinne, präzise zweite Welle, starke Rückraumwürfe und eine Defensive, die Freiberg immer wieder zu schwierigen Würfen zwang.
Besonders auffällig war die Variabilität im Angriff. Josef Jonas setzte früh wichtige Akzente, traf sicher aus dem Rückraum und war in den ersten Minuten ein zentraler Faktor für die klare Führung. Michael Konárik schloss mehrfach kraftvoll ab und zeigte, wie wertvoll seine Dynamik für das Angriffsspiel ist. Kristian Uhrinak sowie Daniel Kyvala ergänzten das Bild mit starken Einzelaktionen, während Dominik Doskar und Jan Hermanovsky wichtige Impulse aus der Tiefe des Kaders lieferten. Die Breite des HSV‑Kaders war in dieser Partie nicht nur sichtbar, sondern spielentscheidend.
Im Mittelpunkt stand jedoch ein Spieler, welcher den Abend prägte: Vaclav Kovar. Mit insgesamt 13 Treffern war er der überragende Akteur des Spiels. Er traf aus dem Rückraum, verwandelte Siebenmeter, setzte sich im Eins‑gegen‑Eins durch und war in den entscheidenden Momenten immer präsent. Seine Treffer sorgten dafür, dass Freiberg nie wirklich die Chance bekam, das Duell zu drehen. Kovar war nicht nur Torschütze, sondern auch emotionaler Motor der Mannschaft, welcher immer wieder das Tempo anzog und die Defensive der Gastgeber vor unlösbare Aufgaben stellte.
Auch defensiv zeigte der HSV Bad Blankenburg eine starke Leistung. Die Abwehr arbeitete kompakt, verschob schnell und zwang Freiberg zu vielen Abschlüssen aus ungünstigen Positionen. Der Gastgeber fand zwar vereinzelt Lösungen über Kreutz, Custódio und Chiriaco, doch insgesamt blieb die Offensive der HSG zu harmlos, um den HSV Bad Blankenburg ernsthaft zu gefährden. Selbst in Unterzahlsituationen – und davon gab es einige – blieb Bad Blankenburg stabil. Zwar sammelte die Mannschaft insgesamt sechs Zeitstrafen sowie eine Disqualifikation, doch die Struktur im Abwehrverbund blieb erhalten. Das zeigt, dass die Mannschaft auch in hektischen Phasen gereift wirkt und nicht aus dem Konzept gerät.
Im Tor überzeugte Benas Vaicekauskas mit wichtigen Paraden, besonders in der ersten Halbzeit, als Freiberg versuchte, wieder Anschluss zu finden. Seine Ruhe sowie sein Stellungsspiel gaben der Defensive zusätzliche Stabilität. Auch Jiří Černota war ein sicherer Rückhalt, wenn er gebraucht wurde. Das neue Torhüterteam des HSV Bad Blankenburg hat damit bereits am ersten Spieltag gezeigt, dass es zu den stärksten der Liga gehören kann.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. Der HSV Bad Blankenburg verwaltete nicht nur den Vorsprung, sondern setzte immer wieder neue Akzente. Kopczynski traf zweimal aus dem Rückraum, bevor er nach einer doppelten Zeitstrafe und einer späteren Disqualifikation vom Feld musste. Doch selbst diese Phase brachte den HSV Bad Blankenburg nicht aus dem Rhythmus. Die Mannschaft blieb konzentriert, spielte ihre Angriffe geduldig aus und hielt Freiberg auf Distanz. Die Gastgeber verkürzten zwar zwischenzeitlich, doch Bad Blankenburg antwortete stets im richtigen Moment – oft durch Kovar, welcher auch in der Schlussphase noch mehrfach traf.
Die letzten Minuten gehörten dann wieder den Gastgebern, welche mit Kreutz sowie Chiriaco noch zwei Treffer erzielten. Doch der HSV Bad Blankenburg ließ nichts mehr anbrennen und brachte den 29:22‑Sieg souverän über die Zeit. Es war ein Auftakt, der Mut macht, der zeigt, dass die Mannschaft nicht nur individuell stärker geworden ist, sondern auch als Einheit gereift wirkt. Die Neuzugänge fügen sich gut ein, die Automatismen greifen, und die Breite des Kaders erlaubt es, auch schwierige Phasen zu überstehen.
Mit diesem Sieg steht der HSV Bad Blankenburg nach dem ersten Spieltag auf Rang drei der Tabelle – punktgleich mit allen anderen Siegern, aber mit einem klaren Plus von sieben Toren. Vor dem Team liegen nun Aufgaben, welche zeigen werden, ob dieser Auftakt ein Ausreißer oder ein Trend ist. Doch nach diesem Abend in Freiberg spricht vieles dafür, dass der HSV Bad Blankenburg in dieser Saison eine Mannschaft ist, welche sich nicht verstecken muss und die in der Regionalliga eine wichtige Rolle spielen kann.
HSV Bad Blankenburg: Jiri Cernota, Norbert Ban, Jonas Bogatzki (1), Daniel Kyvala (2), Benas Vaicekauskas, Kristian Uhrinak (2), Dominik Doskar (1), Florian Geßler, Josef Jonas (3), Dorian Kopczynski (2), Michael Konárik (4), Jan Hermanovsky (1), Julius Standhard, Vaclav Kovar (13; 2/4)