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20.11.2016

HSV mit zwei Punkten aus Handballkrimi

Wer schwache Nerven hat, war am vergangenen Samstagabend in der Naumburger „Euroville" Sporthalle definitiv am falschen Ort.

Kurz nach 19:30 Uhr wurde das anstehende Spitzenspiel der MDOL zwischen dem HC Burgenland und dem HSV Bad Blankenburg angeworfen. Gut 30 mitgereiste Schlachtenbummler füllten die verbliebenen Plätze in der sonst komplett vollgepackten Spielstätte des HC Burgenland und waren bereit, ihren Teil zu einem stimmungsvollen Abend beizutragen. Was bis dahin keiner der Anwesenden ahnte, war, was sich für ein dramatischer Handballkrimi entwickeln sollte.

Vom Anwurf an sollte das Spitzenspiel seiner Bezeichnung zu allen Ehren gereichen, wobei der HSV Bad Blankenburg in der ersten Hälfte in Durchgang eins nervöser wirkte als die Hausherren. Der HC Burgenland begann dagegen konzentriert und zeigte, warum den Anhaltiner der stärkste Angriff der Liga nachgesagt wird. Erst als Trainer Jörn Schläger in der 14. Minute mit einer Auszeit reagierte, fanden die Kurstädter besser ins Spiel. Zusätzlich verlieh die Hereinnahme von Keeper Tobias Jahn seinen Mannschaftskameraden mehr Sicherheit. So konnte der HSV den bis dahin schon auf vier Treffer angewachsenen Rückstand bis zur 20. Minute aufholen. Nach dem 12:12 Ausgleich der Blankenburger entwickelte sich das erwartete Spitzenspiel, in dem beide Mannschaften keinen Millimeter kampflos hergaben. Mit einem leistungsgerechtem 18:17 ging es in die wohlverdiente Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann wie die Erste endete. Beide Mannschaften fochten mit offenem Visier und betrieben erstklassige Werbung für den Handballsport. Führungen wechselten sich mit sehenswerten Treffern ab, sodass sich erstmal kein Team so recht absetzen konnte.

Die Ereignisse der 45. Minuten waren der Beginn einer Schlussphase, die mit Dramatik kaum noch zu überbieten war. Zunächst wurde in eben dieser Spielminute Paul Weyhrauch eine 2-Minuten-Strafe auferlegt. Die Überzahl wussten die Burgenländer zu nutzen und gingen mit 27:25 (47.) in Führung. Radoslav Miler gelang zwar postwendend der 27:26-Anschlusstreffer (48.), aber die Naumburger blieben konsequenter im Nutzen ihrer Möglichkeiten. Als dann der treffsicherste Werfer des HSV Bad Blankenburg, Frank Grohmann, mit seinem 7-Meter Versuch am Burgenländer Torwart scheiterte, konnten sich die Hausherren erneut mit drei Treffern Vorsprung auf 29:26 (53.) absetzen. Erst da konnte Ladislav Brykner einen Treffer für die Lavendelstädter versenken und verkürzte auf 29:27. Die Thüringer Fans waren aber hellwach und wussten sofort, dass sie jetzt umso mehr gefragt waren. Trotzdem musste gegen die starken Anhaltiner in gnadenlos ablaufender Zeit ein Rückstand aufgeholt werden.

Dann gab es die nächste Hiobsbotschaft für die Blankenburger in Form einer 2-Minute-Strafe für Marcel Werner. Der HSV Bad Blankenburg also wieder in Unterzahl - war das die Vorentscheidung? Nicht wenn es nach allen Beteiligten beim HSV ging. Der Gästeblock kochte. Und das wirkte. Die Gäste aus Thüringen waren im Kampfmodus angekommen. In Unterzahl spielend, erkämpften sich die Schwarzataler ganz schnell den 30:30 Ausgleich (54.). Das Spiel war also wieder offen. Die Führung wechselte noch einmal vom 30:31 zum 32:31 für die Burgenländer als der HSV Bad Blankenburg den nächsten Nackenschlag einstecken mussten. Juraj Geci kassierte seine dritte Zeitstrafe an diesem Tag und wurde vom Schiedsrichtergespann frühzeitig zum Duschen geschickt.

Mittlerweile Stand der Blankenburger Fanblock. Mit dem kompletten Repertoire an Fangesängen versuchten die HSV Anhänger das letzte aus ihren Lieblingshandballern heraus zu kitzeln. Zur Belohnungen sahen die Zuschauer wie Ladislav Birkner, vor Siegeswillen strotzend, den Ball samt Torhüter zum 32:32 (59.) Ausgleich in die Maschen hämmerte. Die letzte Minute zählt von der Hallenuhr herunter. Mit viel Engagement erkämpfen die Blankenburger kurz vor Schluss noch einmal den Ballbesitz. Der HSV ist in der Vorwärtsbewegung. Trainer Jörn Schläger nutz die sich ihm bietende Möglichkeit und nimmt 14 Sekunden vor dem Ende der Begegnung eine Auszeit. Gebannt blicken die Schlachtenbummler der Gäste auf das Geschehen auf der Platte. Ganz ruhig und abgeklärt, als wäre es das normalste auf der Welt, bauen die Lavendelstädter ihren letzten Angriff auf. Wie schon vor ihm Ladislav Brykner, steigt Paul Weyhrauch mit derselben Willensleistung am Kreis auf und wuchtet den Ball unhaltbar ins Tor des HC Burgenland.

HSV Bad Blankenburg: Tobias Jahn, Felix Herholc, Frank Grohmann (12; 6/7), Paul Weyhrauch (3), Tomas Zeman (2), Martin Müller, Ladislav Brykner (6), Max-Florian Köthe, Radoslav Miler (6), Moritz Rahn, Alexander Werner, Juraj Geci (1), Marcel Werner (2), Philipp Große (1)

HC Aschersleben - SV Hermsdorf 34 : 33

TuS 1947 Radis - NHV Concordia Delitzsch 29 : 25

HG 85 Köthen - HV Rot-Weiss Staßfurt 32 : 23

USV Halle - HSG Freiberg 28 : 25

ESV Lokomotive Pirna - SV Plauen-Oberlosa 04 25 : 17

HC Burgenland - HSV Bad Blankenburg 32 : 33

Zwickauer HC Grubenlampe - HC Glauchau/Meerane 25 : 26